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Aus und Vorbei – Rocker 33 muss zum 30. November die Räumlichkeiten verlassen

Wie soeben in einem Bericht der Stuttgarter Zeitung bekannt wurde, muss das Rocker 33, sowie das Filmbüro Baden-Württemberg, seine Räumlichkeiten im Filmhaus zum 30. November aufgeben. Völlig überraschend erhielten die Beteiligten am Freitag Morgen die Kündigung von Seitens des Gebäudeeigentümers. Die Pläne der LBBW-Immobilien GmbH sehen eine komplette Neuentwicklung des Areals vor. Dabei sah vor einigen Wochen noch alles anders aus. Der Pachtvertrag für ein weiteres Jahr war war so gut wie in der Tasche, jedoch hielt sich die LBBW-Immobilien GmbH offen, diesen jederzeit zu kündigen, sobald ein entsprechender Investor gefunden sei. Nun scheint es, als ob sich die LBBW-Immobilien GmbH selbst um den Gebäudekomplex kümmern möchte. Genauere Informationen zu den Plänen der LBBW gibt es leider nicht.

Fakt ist: Das Filmhaus wird abgerissen um Platz für neues zu schaffen.

Und damit verschwindet die nächste entscheidende Veranstaltungsfläche in Stuttgart. Eine wirkliche Alternative gibt es nicht.

„In meiner Texttafel am Ende des Films steht nun, das Rocker33 besteht noch im Filmhaus, für unbestimmte Zeit.“ erzählt uns Denis Pavlovic der am 06.12. seinen Dokumentarfilm „Wo tanzen wir morgen?“ in den Innenstadtkinos zeigen wird. Zu diesem Zeitpunkt wird im Filmhaus, das Rocker 33 dann vermutlich schon nicht mehr existieren, wenn es nach der LBBW geht. Zusätzlich zeigen wir euch heute Abend den Film „Willkommen zu Hause“ über die Clubgeschichte der Distillery in Leipzig, welche genau vor der gleichen Frage steht.

Die Frage welche sich uns nun stellt ist:
Was sollen wir tun? Oder was genau können wir tun?

Klar ist, das Rocker 33 war immer schon eine Raum auf Zeit – Geschichte. Sprich: Man mietet sich in ein Gebäude ein, welches so oder so irgendwann abgerissen wird und verspricht das jeweilige Gebäude zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verlassen. Und genau daher wäre es nun der völlig falsche Schritt, sich explizit dagegen zu wehren. Während in anderen Städten regelmäßig auf die Möglichkeit von Raum und Zeit zurück gegriffen werden kann, sind solche Angebote in Stuttgart eher rar geworden. Vielleicht liegt es an den schlechten Erfahrungen die manche Investoren mit den jeweiligen Mietern gemacht haben. Vielleicht aber gibt es in Stuttgart einfach zu wenig leerstehende Gebäude (Achtung Ironie!). Wir sehen die Pflicht nun in der Stadtverwaltung nach Alternativen zu suchen und sollten uns daher unbedingt dafür einsetzen. Insbesondere da die Stadt Stuttgart scheinbar plant, KEINE CLUBS mehr ausserhalb von Stuttgart – Mitte zu genehmigen. Man möchte so vermutlich das Nachtleben auf den Kern der Stadt konzentrieren. Unserer Meinung nach ist dies der TOD jeder pulsierenden Stadt. Insbesondere da so jeder Vermieter eines Clubbetriebs horrende Mietpreise verlangen könnte. Dies wiederum würde bedeuten: Nur noch Schickimicki-Schuppen in Stadtmitte. Aber, liebe Stadtverwaltung: WIR WOLLEN HIER KEIN MÜNCHEN HABEN! (Der Wasen ist uns schon Bayern genug!)

Die Kündigung des Rockers kommt gänzlich zu einem schlechten Zeitpunkt. Bei der Basisdebatte am 14.05.2013 entstand die Idee einen Clubverband zu gründen, welcher sich letztendlich um genau solche Probleme kümmern sollte. Die Gründung war für Dezember 2013 im Club Rocker 33 vorgesehen. Nun scheint es, als ob die Arbeit des Verbands wesentlich früher beginnen muss.

Aber nicht nur der Verband muss nun handeln. Wir müssen es auch. Bevor uns die Stadt hier die Lichter ausknipst.

UPDATE: Das Rocker 33 bleibt noch bis Ende Januar 2014 im Filmhaus. Dies ändert jedoch nichts an unserem Missstand.
http://esistliebe.com/rocker-33-bleibt-bis-januar-2014-doch-was-kommt-danach/

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4 Comments

  1. LaLeLu
    17. November 2013 at 12:01 — Antworten

    Dann fängt an auf Hip Hop umzusteigen is eh besser 😉 bisschen was von der ordentlichen Szene stuttgarts mitbekommen 😉

  2. Filmerchen
    18. November 2013 at 00:57 — Antworten

    Lieber Manu,
    Ich stimme dir in vielen Punkten zu. Eine kleine Kritik hab ich dann aber doch: die Stadt will nicht, dass es keine Clubs mehr ausserhalb Mitte gibt – im Gegenteil, die Stadt möchte die Clubs (und mit ihnen dieFeierszene) am liebsten in die Randbezirke verbannen. Grund hierfür ist natürlich mal wieder „der Lärm“ (Prof. Dr. Eisenmann). Clubs gehören allerdings in die Innenstadt. Zu fairen Preisen. Und natürlich rede ich von echten Clubs, eine zweite Theo möchte hier wohl keiner… Außerdem finde ich es in jedemfall angebracht für ihre, seine, unsere Freiräume zu kämpfen. Einen gemeinsamen Konsenz und ein Sprachrohr zufinden, für die hier in Stuttgart meist gegeneinander kämpfenden Veranstaltunger und Clubbesitzer, ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung…

    • 18. November 2013 at 15:34 — Antworten

      Hallo Filmerchen,

      dieser Meinung war ich bis vor kurzem auch noch. Jedoch wurde ich bei unserer letzten Verbandssitzung eines besseren belehrt. Dort teilte uns ein Clubbesitzer eben genau diese Pläne mit. Sprich das die Stadt die Clubszene auf Mitte beschränken möchte.
      Daraus entstand auch eine hitzige Diskussion über Mieten und Beschränkungen. Mittlerweile wurde mir diese Info von einer weiteren Quelle bestätigt.

      Zusätzlich ist mir ein Clubbesitzer bekannt, der seit Monaten um eine Ausschanklizenz kämpft… ausserhalb von Stuttgart. …

      Ich werde aber noch einmal genau bei der Stadt nachhaken… jedoch habe ich mittlerweile schon gelernt, das es die Stadt mit der Informationspolitik nicht so genau nimmt. Und auch andere Institutionen nicht… sonst hätte ich die Information bezüglich Rocker 33 und LBBW nicht aus der Stuttgarter Zeitung entnehmen müssen… !

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