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Dokumentarfilm Housenation – Eine musikalische Reise durch Deutschland

Spätzle, Kehrwoche, Spießertum – typisch Stuttgart.
Weißbier, Wiesn, Snobs – typisch München.
Solche Listen ließen sich für jede Stadt, beliebig weiterführen. Aber fragt man nach typischen Merkmalen, Besonderheiten oder Unterschieden in der House-Kultur der verschiedenen Städte, so wird es mehr oder weniger ganz schnell still.

„Das ist typisch Stuttgart – auf eine gute Weise. Jeder hat eine gute Zeit, alle sind im Club, alle lachen, sind ein bisschen dicht. Geile Party, Elektro – aber keine Sau weiß, dass Lawrence auflegt. Mein Gott, ist halt so. Ist doch ok.“ (Konstantin Sibold, Stuttgart, Teaser 1, Housenation)

Christian Gebert und Patrick Gängler, zwei Studenten aus Ludwigsburg haben es sich in ihrem Projektsemester nun zur Aufgabe gemacht, Stimmen und Meinungen zu „musiksoziologischen Codes“ und den Besonderheiten des Publikums der verschiedenen Städte, zu sammeln und in Interviews festzuhalten.
Interviewt werden mit Clubbesitzern über Djs und Szenegänger bis hin zum Plattenladenbesitzer, unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, um alle Sparten der Musikszene so breit wie möglich abzudecken. Da ein wichtiger Teil der Musikkultur natürlich auch das Feiern ist, begleiteten die Beiden, neben den Interviews, die Protagonisten jeder Stadt auf eine für die Stadt typische Veranstaltung und ließen ihr Filmequipment dabei selbstverständlich nicht zu Hause.

„Ich glaube man kommt überall rein, wenn man so ein bisschen aussieht, als ob man ein Freak wäre oder besser gesagt, als ob man eine besondere Persönlichkeit hätte. Zum Beispiel so ne hässliche Jacke anhat, wie ich hier. Das man ein bisschen hervorsticht und natürlich auch das, was man Hipster nennt, die kommen überall rein.“ (Tim Sommer, Berlin, Teaser 3, Housenation)

Die Reise der beiden ging dabei von Stuttgart aus, über Leipzig, Berlin, München, Frankfurt und Köln bis nach Hamburg.

Doch wie kommt man auf die Idee einen solchen Dokumentarfilm zu drehen? Man schaut sich Videos auf Youtube an. Nämlich von einem Engländer, der gleich durch ganz Europa gereist ist, um die unterschiedlichen Musikkulturen kennen zu lernen. Chris und Patrick packten die ganze Aktion dann in einen etwas kleineren Rahmen und begrenzten ihre Reise auf Deutschland.

Unterstützt wurden die beiden dabei von der in Stuttgart ansässigen Produktionsfirma SchawaTV.

„Einerseits möchten wir herausfinden, ob die Szenen der verschiedenen Städte sich in Bezug auf Ausgeh- und Hörgewohnheiten sowie Mode ähneln oder unterscheiden. Andererseits möchten wir die Basis der jeweiligen Szenen erforschen. Hierbei achten wir besonders auf soziologische Kriterien wie Geschlecht, Alter und soziale Schicht.“ (Gebert, Gängler, Interview Stuttgarter Zeitung)

Der Name „Housenation“ entstand durch die Gegebenheit, „dass Deutschland nun mal das erste Land war, wo wirklich populär elektronische Musik betrieben wurde.“ Und so wurde dieser Stellenwert gleich mal im Namen angedeutet.

„Für mich bedeutet die House-Szene relativ viel aufgrund ihrer Toleranz. Wenn du in einen Club gehst ist es eigentlich total egal, wie du aussiehst, woher du kommst, was du anhast…Das ist das was mit am meisten Spaß macht. Dass die Leute so gelassen werden wie sie sind.“ (Patrick Gängler, Interview Störfunk m94,5)

Am Ende soll dann ein einstündiger Dokumentarfilm stehen.
Da die Abgabefrist der Hochschule schon am 30.03. abläuft, werden wir uns sicher nicht mehr lange gedulden müssen, bis wir in den Genuss dieser Dokumentation kommen – plus Aftershowparty, das versteht sich ja von selbst. Aber auch Filmvorführungen in den anderen Drehstädten sind geplant.

„Was ich auch feststelle ist, dass elektronische Musik wie eine Art Therapie für mich ist. Sie hilft mir dabei abzuschalten, hilft mir aber auch mich in Ekstase zu feiern.“ (Leif Müller, Stuttgart, Teaser 1, Housenation)

Für Interessierte: Artikel sind zudem auch schon in der Stuttgarter Zeitung, bei Kessel.tv oder dem Leipziger Blog frohfroh, erschienen. Ein Interview mit den beiden gibt es als Podcast des Münchner Radiosenders Störfunk m94,5. Außerdem gibt es Hintergrundinformationen, Trailer und Neuigkeiten natürlich kostenfrei auf der Housenation- Facebookseite.

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Mira H.

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