Es ist Liebe

Halle und Bremen geben öffentliche Plätze frei – Stuttgart wartet noch ab.

Im April 2013 machte die Stadtverwaltung der Stadt Halle von sich Rede, indem sie erstmals öffentliche Plätze wie Grill- und Lagerfeuerstellen für kleine Open Airs und ähnliche Events freigab. Dabei benötigte es bei einer Teilnehmerzahl von unter 500 Personen nicht einmal einer vorherigen Anmeldung oder Genehmigung. Ab 500 Personen galten lediglich die Auflagen, dass der Veranstalter einen Sanitätsdienst und eine Brandsicherungswache zur Verfügung stellen, sowie eine Lautstärke von 103 dB nicht überschritten werden sollte.  Nicht gestattet war zudem, der Verkauf von Getränken, sowie das erzielen eines Gewinns.  Um im Ernstfall schnell agieren zu können bestand die Stadt darauf, dass Veranstaltungen ab 500 Personen, 24 Stunden vorher per E-Mail angemeldet wurden.  In besonderen Fällen gab die Stadt sogar gewisse Veranstaltungsflächen wie das Gasometer und die Peißnitzbühne frei.
Quelle: http://www.soziokultur-thueringen.de/de/halle_gibt_oeffentliche_plaetze_fuer_spontanopenairs_frei_2585.html

Nun meldet sich auch die Hansestadt Bremen zu Wort. Innensenator Ulrich Mäurer lies am 17. Juli 2013 folgendes verlauten: „Ich habe Verständnis für das Bedürfnis junger Menschen, friedlich und auch mal in größeren Runden miteinander draußen zu feiern. Wichtig sei aber ein geordnetes und mit allen Beteiligten abgesprochenes Verfahren. Dies solle jetzt geschehen.“ Nun nimmt das Innenressort Vorschläge für Flächen entgegen. Nach Prüfung durch den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr werden diese vom Innenressort den Beiräten und Ortsämtern zur Abstimmung vorgelegt. Am Ende muss das Stadtamt entscheiden, mit welchen Auflagen eine Veranstaltung durchgeführt werden darf.
Quelle: http://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen146.c.71763.de&asl=bremen02.c.730.de

In Stuttgart hingegen ist man immer noch davon überzeugt, dass Ansammlungen ab 2 Personen mit Musik (auch wenn sie aus einem Handy-Lautsprecher stammt), einer Großveranstaltung gleichen. Da muss das Ordnungsamt informiert und die öffentlichen Verkehrsmittel geregelt werden.

Liebe Stadtverwaltung Stuttgart,
seht dies als eine Art Antwort auf eure Stellungnahme bezüglich des von uns eingereichten Bürgerhaushaltvorschlags. Unter 0345 2210 (Halle) und 0421 3610 (Bremen) erreicht ihr die jeweiligen Bürgertelefone der oben genannten Städte. Fragt doch dort einfach mal nach Tipps (bezüglich der Subkultur) wie man seinen Job richtig macht!

In diesem Sinne… ES IST LIEBE zur Musik.
P.S.: In anderen Ländern scheint dies auch zu funktionieren. Schauen wir doch mal zum Beispiel in die Schweiz, insbesondere nach Zürich: http://www.stadt-zuerich.ch/content/pd/de/index/das_departement/medien/medienmitteilung/2013/januar/130130a.html

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2 Comments

  1. Julian
    19. Juli 2013 at 19:39 — Antworten

    Die Tendenz in Stuttgart ist leider absolut gegenteilig. Ich war die letzten Jahre Orga einer Open-Air-Veranstaltung und es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer mit Auflagen und Bürokratie -obwohl sich am Fest seit 40 Jahren kaum etwas geändert hatte. Dieses Jahr war besonders extrem: Pläne der Vorjahre wurde nicht mehr akzeptiert, es mussten Gutachten von Bauchrechtsamt, Konzepte von Securityfirmen und Sanitätsdiensten erstellt werden und so weiter – und das, obwohl wir per Definition nicht als Großveranstaltung gelten. Von Orgas anderer Veranstaltung hörte ich ähnliche Probleme und so manches wurde nicht oder erst knapp überhaupt genehmigt.

    Freie Plätze dann jetzt einfach so freizugeben wäre das komplette Gegenteil, des bisherigen Verhaltens. Stuttgart ist so ziemlich eine der strengsten Städte überhaupt, die ich in der Hinsicht kenne (allein die genehmigten Zeiten sind ein Witz – dass viele Feste nur tagsüber sind hat den Grund, dass nach 22 Uhr einfach verboten wird ;)). Und seit dem Politikwechsel scheint es – entgegen meiner ursprünglichen Erwartung – deutlich schlimmer geworden zu sein.

    Ich mache mir deswegen wenig Hoffnungen, auch wenn es wirklich schön wäre…

  2. Alex Medford
    23. Juli 2013 at 18:00 — Antworten

    Oh Stuttgart … Mein liebes Dorf …. Wir alle lieben Dich … Aber was soll aus Dir werden wenn man dafür sorgt dass dein Herz nach und nach in andere Städte wandert … Übrig bleibt dann wohl nur noch die militante Kehrwöchner Fraktion …. Die Frage ist : wer soll sich dann um die alle kümmern wenn die Jugend vertrieben wird weil man ihr den Spaß nicht gönnt den sie braucht um ein bisschen dem Alltag zu entfliehen …. Man stelle sich tatsächlich vor dass diese feierwütigen Leute arbeiten …. Immerhin bezahlen sie damit ja Eure Renten …. Man hat euch euer Viertele und „Humtata“ schließlich auch gegönnt …. Warum also nicht uns ?? S’wird ganz schön leer im Städtle wenn irgendwann keiner mehr bleiben will um hier Kinder zu bekommen ….

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