Interview

Hey! Ho! He’s going to Ibiza! – Der Stuttgarter Ben Muetsch beim Ametist-Showcase auf Ibiza

Der Stuttgarter Ben Muetsch ist seit einiger Zeit Mitglied des renommierten Ametist-Labels. Für ein Showcase mit Finnebassen, Animal Trainer und Adana Twins ist er heute nach Ibiza geflogen. Wir interviewten ihn kurz vor seinem Abflug in Stuttgart und stellten ihm noch einige Fragen zum vielleicht größsten Abenteuer seiner noch jungen Karriere:

Ben, du bist wirst heute Abend beim Ametist-Showcase auf Ibiza spielen, schon nervös?

Hallo erstmal. Ja, also eigentlich bin ich vor Gigs nichtmehr grossartig nervös in dem Sinne, doch diesmal ist es ein wenig anders. Das ist eine ganz neue Umgebung und da kribbelt es schon ein wenig.

Wie bist du zum Ametist-Label gekommen?

Ich hatte 2012 ein paar neue Tracks als kurze Previews auf soundcloud hochgeladen. Kurze Zeit später bekam ich einige Anfragen von verschiedenen Labels, Ametist Records war dabei. Da es für mich das ambitionierteste Label unter den Interessenten war, habe ich mich für eine Zusammenarbeit entschieden.

Was erwartet dich auf Ibiza?

Mit Sicherheit eine gute Zeit. Ich freue mich, mit Freunden hin zu reisen und dort einige meiner Labelkollegen wiederzusehen bzw. kennen zu lernen. Wir werden ein großes Artist Dinner haben, am Donnerstag den Tag auf dem Boot verbringen, im Anschluss schmeißen meine Kollegen von Natural Rhythm im Hotel Santos noch eine große Poolparty. Ansonsten versuchen wir natürlich auch noch ein wenig von Ibiza zu sehen und auch in andere Clubs zu gehen.

Was ist das für ein Gefühl, für ein Dj-Set nach Ibiza zu jetten?

Für mich noch ziemlich speziell, aber es ist auch ein sehr gutes Gefühl, denn es ist ein Resultat ehrlicher Arbeit und viel Fleiß.

Wann und wie hast du begonnen Musik selbst zu produzieren?

Ich habe 2010 angefangen, mich intensiver damit zu beschäftigen, wobei die ersten Monate reines herumexperimentieren waren und es auch etwas schleppend anlief, da mir der Wechsel vom akustischen Instrument (Drums, Piano) zu elektronischen Klangerzeugern und Sequencern ziemlich schwer fiel.

Hattest du so etwas wie Vorbilder oder musikalische Einflüsse?

Die hat ja letzlich jeder in irgendeiner Art und Weise. Also zunächst mal hab ich, wie oben schon erwähnt, als Kind angefangen Schlagzeug zu spielen, da war ich 9, und habe später auch in ein paar kleineren Bands gespielt, allerdings nichts großartig ambitioniertes. Einige Jahre später habe ich noch mit Klavier begonnen. Ich spiele zwar nicht besonders gut, aber die Harmoniekenntnisse helfen mir jetzt durchaus weiter. Ansonsten will ich jetzt hier nicht großartig Namen auflisten, die mich beeinflusst haben. Ich habe in den letzen 20 Jahren sehr viel unterschiedliche Musik gehört und ich habe sicher von überall etwas mitgenommen. Eine Person möchte ich trotzdem erwähnen: „deep future„, Produzent aus Irland, an dessen (frühem) Sound ich mich durchaus immer wieder orientiert und gemessen habe, auch wenn meine Tracks letzlich doch etwas völlig anderes sind. Ein sehr kompetenter und netter Mensch mit tollen Ideen.

Auf Ibiza wirst du von deinen Leuten von Panopticum unterstützt. Wie hat das mit Panopticum eigentlich begonnen? Und was ist in Stuttgart in kommender Zeit geplant?

Die Geschichte mit Panopticum begann Anfang 2013. Ich kannte die Gründer – Robin Seitter und seine Freundin Juliane – bereits aus einer Zeit, wo ich noch mit einer anderen „Crew“ Veranstaltungen gemacht habe. Nachdem die erste Panopticum-Veranstaltung im Zollamt ziemlich gerockt hat und ich dort auch gespielt hatte, fragten sie mich, ob ich nicht mitmachen wollte. Mittlerweile haben wir sehr viel zusammen erlebt und es ist ein toller Freundeskreis entstanden. Wir planen momentan für den Sommer noch das ein oder andere OpenAir und wollen ab Herbst wieder mit Cluveranstaltungen durchstarten. Genauere Infos dazu wird es wohl im Laufe des Sommers geben.

Ich habe dich doch einige Male jetzt auflegen sehen. Warum „Vinyl“?

Ich habe 2006 angefangen, mit zwei Technics 1200 und einem Mixer aufzulegen. Mittlerweile lege ich ja viel mit Timecodevinyl auf und kaufe nicht mehr so viele Platten, wie früher. Das ist natürlich sehr geschickt, da nimmt man seinen vergleichsweise leichten Laptop mit und ist sehr flexibel. Meistens renne ich noch mit einer zusätzlichen Plattentasche / -koffer durch die Gegend. Für mich ist es einfach das Feeling. Mir fehlt beim Auflegen etwas, wenn ich keine Plattenspieler dastehen habe. Leider ist es ja nur mittlerweile so, dass man mehr und mehr zu Alternativen gewzungen wird, da die Geräte in Clubs häufig nicht mehr gewartet werden. Falls etwas schief geht, habe ich neuerdings immer einen X1 Controller dabei.

Wenn du nicht auflegst, was arbeitest/studierst du? Womit verbringst du Zeit, wenn du nicht an den Decks stehst?

Ich habe im letzten Jahr viel Zeit in Planung und Bau meines eigenen Tonstudios gesteckt, es steht kurz vor der Fertigstellung. Zusammen mit Julian de la Rosa (auch Panopticum) will ich dort auch Ansprechpartner für Dienstleistungen im Audiobereich sein; Mixing, Mastering, Sounddesign. Ansonsten habe ich noch einen ganz unspektakulären Job, den man hier gar nicht groß thematisieren muss, Stichwort Büro.

Und als letzte Frage: Was kann den nach einem Dj-Set auf Ibiza im Sommer überhaupt noch kommen? Das muss ja wirklich ziemlich irre für dich sein?

Irre ja, aber es ist auch erst der Anfang. Ich war musiktechnisch noch gar nicht viel im Ausland unterwegs, da kann also noch einiges passieren. Viele Grüße und danke für das Interview, Ben

Wir danken für das Interview!

benmuetsch_ibiza
Quelle Titelbild: JFK Ibiza Events, www.jfkradio.es/events/events-jfk-ibiza-events/

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Stefan Sommer

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Mein Name ist Stefan Sommer und ich bin seit etwas mehr als einem Jahr Redakteur für diesen wunderbaren Blog.
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