ClubsEs ist Liebe

Es wird eng für unsere Subkultur: Jetzt handeln und mitreden!

Aus aktuellem Anlass und aufgrund der Vorkommnisse in der Kultur unserer Heimatstadt haben wir für den Bürgerhaushalt der Stadt Stuttgart zwei Vorschläge eingereicht. Nur mit Eurer Hilfe können wir die Subkultur unserer Stadt unterstützen und neue Wege schaffen, um Clubschließungen und das Problem der mangelnden Veranstaltungsräume zu bekämpfen. Wenn wir jetzt nicht handeln, sieht es in den nächsten Monaten / Jahren genauso aus wie zuvor:

Dezember 2011 – Rocker33 (geschlossen).
Januar 2012 – Die Röhre (geschlossen).
Februar 2013 – KimTimJim (geschlossen).
März 2013 – Zapata (geschlossen).
Und als nächstes folgen die Wagenhallen?

Dezember 2011 bis März 2013. 15 Monate und 4 Clubs mit nationalem- bis internationalem Ruf weniger in der Stadt. Während die Schließung des Rockers sowie des KimTimJims absehbar waren (Raum auf Zeit), schließen mit der Röhre sowie dem Zapata zwei langjährige Institutionen. Eine Alternative für die Röhre, das Zapata, sowie das KimTimJim sucht man nach wie vor vergebens. Einzig und allein das Rocker fand im alten Filmhaus einen neuen Platz. Aufgrund von gesetzlich festgelegten Zeiten, musste das Rocker 33 jedoch seinen Spielbetrieb an Donnerstagen einstellen.

Und es geht weiter. Den bestehenden Betreibern werden unzählige Steine in den Weg gelegt. Unverhältnismäßig hohe Kontrollen, harscher Umgangston und ungerechte Auflagen. So muss ein „Tanzbetrieb“ beispielsweise eine gewisse Anzahl an eigenen Parkplätzen vorweisen. Auch mitten in der Innenstadt und trotz der ÖPNV-Haltestelle vor der Tür. Wer keine Stellplätze hat, muss sie von der Stadt abkaufen – zu horrenden Preisen. Der Stellplatznachweis ist einer der Hauptgründe, wieso so wenige eine Diskotheken-Konzession haben. Ein Stellplatz kostet fast 13.000 Euro. Für einen Club in der Größe der Schräglage bräuchte man mindestens 20 dieser Stellplätze. (Quelle: LIFT)

Nun steht der Sommer vor der Tür, und wir alle erinnern uns an einen wunderschönen Sommer 2012. Doch in diesem Sommer wird sich einiges ändern. Zumindest wenn es nach dem Ordnungsamt der Stadt Stuttgart geht. Im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Ordnungsamts werden nur vereinzelt Open Air Veranstaltungen genehmigt. Insbesondere Veranstaltungen, die für ein Massenpublikum interessant sind. So zum Beispiel auf dem Cannstatter Wasen (4 Veranstaltungen pro Jahr) oder auf dem Schlossplatz (3 Veranstaltungen pro Jahr). Open Air Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt „elektronische Musik“ werden nicht genehmigt.

Aus diesem Grunde sehen wir (Es ist Liebe) uns als Veranstalter in der Pflicht zu handeln.

Daher rufen wir zur Beteiligung am Bürgerhaushalt auf, und gehen mit folgenden Vorschlägen in den Wahlkampf:

Vorschlag 3986
Subkultur erhalten und neue Veranstaltungsflächen/ -räume schaffen
http://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3986

Vorschlag 3793
Durchgängiger S-Bahn und oder Nachtbus-Betrieb
http://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3793

Gleichzeitig unterstützen wir folgende Vorschläge:

Vorschlag 3346
Zukunft der Wagenhallen: Raum für Kunst in Stuttgart
http://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3346

Alle zwei Jahre stellt die Stadt ihren Doppelhaushalt auf, indem sie ihre Einnahmen und Ausgaben festlegt. Seit 2011 können sich alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter an der Planung des städtischen Haushalts beteiligen. Gefragt sind dabei Ideen, die die Einnahmen verbessern, Geld sparen oder Ausgaben sinnvoll einsetzen. Die best-bewerteten Vorschläge werden von den Fachämtern geprüft. Der Gemeinderat entscheidet schließlich, welche Vorschläge umgesetzt werden.

Das Ziel unseres Vorhabens ist es, die Stadt sowie sämtliche Medien auf die Kluft der Kultur dieser Stadt aufmerksam zu machen. Und diese Kluft wird immer größer, wenn wir nicht bald etwas dagegen unternehmen. In dieser Stadt gibt es geschätzte 20.000 Hochzeitslokalitäten. Doch keine davon ist auch nur ansatzweise für herkömmliche Clubveranstaltungen geeignet. Seit 2012 gibt es zwar schon einen anfänglichen Austausch zwischen Gastronomen und der Stadt. Doch wir möchten mit diesem Bürgerhaushalt den Druck auf die Stadt erhöhen.

Die Wahl zum Bürgerhaushalt, gibt uns die Möglichkeit, unser Anliegen an den Gemeinderat weiterzutragen. Ein Blick ins Archiv des Bürgerhaushalts 2011 zeigt, das die Stadt durchaus gewillt ist sinnvollen Vorschlägen zum Erfolg zu verhelfen.

Dem Vorschlag 773 (Freibad Sillenbuch „Bälde“ erhalten) wurde zugestimmt und im November 2012 fand der Baubeginn statt, nach einer 8-monatigen Bauzeit soll das Freibad noch während der Freibadsaison 2013 Ende Juni eröffnet werden.

Vorschlag 659 (Theaterhaus Eric Gauthier) wurde zugestimmt und seit 2012 wurde die städtische Förderung auf 300.000 EURO pro Jahr 2012/2013 ausgeweitet.

Vorschlag 397 (Nachhaltiger Ausbau und Förderung des ÖPNV) wurde zugestimmt und somit begann ab Dezember 2012 der Betrieb der nächtlichen S-Bahnen an Wochenenden.

Natürlich gibt es auch Vorschläge, die der Gemeinderat abgelehnt hat.

So zum Beispiel die Vorschläge 525 (Auf Stuttgart 21 verzichten), 392 (Mineralbad Badberg) oder aber auch 105 (SSB U – Bahnen – Verlängerung der Fahrzeiten in der Nacht). Gleichzeitig gibt die Verwaltung jedoch immer eine durchaus sinnvolle Stellungnahme zu den einzelnen Themen ab. Dies bedeutet für uns, selbst wenn unsere Vorschläge abgelehnt werden, gibt uns der Gemeinderat eine klar Antwort, mit welcher wir dann entsprechend weiter arbeiten können. So zum Beispiel auch beim oben genannten Vorschlag 105, welcher abgelehnt wurde.

„Aufgrund der hohen zusätzlichen Betriebskosten eines durchgehenden Nachtverkehrs unter der Woche ist ein solches Angebot mit den der SSB zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln derzeit nicht zu realisieren. Mit dem Nachtbusbetrieb an Donnerstagen werden seit Dezember 2011 Erfahrungswerte im Hinblick auf die Fahrgastresonanz gesammelt. Nach dem zweijährigen Probebetrieb kann dann eine Entscheidung zur Beibehaltung, Einstellung oder, unter Berücksichtigung der sich daraus ergebenden finanziellen Belastungen, Ausweitung des Nachtverkehrs getroffen werden.“

Der Nachtbusbetrieb an Donnerstagen läuft nun seit Dezember 2011. Im Dezember 2013 werden die entsprechenden Erfahrungswerte im Hinblick auf die Fahrgastresonanz ausgewertet. Daher stellen wir nun im März 2013 bereits den Vorschlag 3793 (Durchgängiger S-Bahn und oder Nachtbus-Betrieb) zur Wahl, um im Dezember 2013 eine erneute Prüfung des Angebots zu fordern.

Unser Wahlkampf soll Wellen schlagen und die Medien sowie die Stadt auf uns aufmerksam machen. Bei der Wahl zum Bürgerhaushalt 2011 genügten knapp 200 Stimmen um dem Gemeinderat vorgelegt zu werden. Doch wir wollen mehr. Wir möchten ein richtungsweisendes Ergebnis erzielen. 200 Stimmen sind schön. 2.000 Stimmen besser. 20.000 Stimmen wären historisch einmalig. Daher bitten wir euch alle, teilt diesen Beitrag über sämtliche Kanäle. Erzählt euren Freunden und Bekannten von der Wahl. Beteiligt euch. Zeigt der Stadt was ihr wirklich wollt. Und fordert es ein! Wir haben alle ein Recht auf Kultur. Ihr müsst nicht zwingend unseren Beitrag hier teilen. Uns genügt es schon völlig, wenn ihr nur die entsprechenden Vorschläge weiterreicht. Aber tut etwas gegen die Kluft der Kultur.

Der Wahlzeitraum erstreckt sich vom 18. März 2013 bis 08. April 2013.
Um an der Wahl teilnehmen zu können, müsst ihr euch mit euren persönlichen Daten anmelden (Vor- Nachname, Straße, PLZ, Ort und Geburtsjahr).
Diese Daten werden NICHT an Dritte weitergegeben. So steht es in der Datenschutzerklärung geschrieben.
Gleichzeitig werden eure Daten nach 3 Monaten anonymisiert.

An dieser Stelle hier, möchten wir uns bei allen Partnern und Freunden bedanken, die uns bei diesem Wahlkampf aktiv unterstützen.

SKS Michael Russ GmbH (Großveranstalter Raum Stuttgart)
Stuttgart Album 
(Community)
Club Lehmann 
(Club)
Rocker 33 (Club)
LOVEiT 
(Plattenlabel und Veranstalter)
Uwe Bogen 
(Blogger, Stuttgarter Nachrichten)
Stuttgarter Zeitung (Medien)
Mr.Weekend / AWAKE 
(Veranstalter)
Marius Lehnert / Discotronic (Künstler und Veranstalter)
Electro Swing Stuttgart 
(Veranstalter)
Showroom 0711 Music Booking



Und wir suchen weiterhin nach aktiven Partnern, die unseren Beitrag aktiv über das Social Web teilen und unser Vorhaben unterstützen.

Meldet euch einfach über das Kontaktformular bei uns.

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4 Comments

  1. keinschwabe
    20. März 2013 at 16:29 — Antworten

    Einfach raus aus der konservativen Spiesserstadt…jeder 2. hat doch da nen Stock im Arsch!
    Es gibt so viele Alternativen zu dem Dreckloch…

  2. Mila
    26. März 2013 at 00:05 — Antworten

    … das kann auch nur ein Nicht-Stuttgarter sagen!

  3. 8. April 2013 at 14:33 — Antworten

    Hmmm da frage ich mich doch wie verquer die Menschen, die bei der Stadt arbeiten, sein müssen, wenn sie auf der einen Seite laut rufen: Stuttgart soll Musikstadt sein…auf der anderen Seite aber den Nährboden genau dafür platt machen? HALLO??? So und da wir allerdings jetzt einen GRÜNEN OB haben soll der uns doch mal erklären, warum man als Club in der Innenstadt überhaupt Parkplätze braucht? Unterschwellig ist das ja im Grunde ein Aufruf mit dem Auto in den Club zu düsen, die Stadt zu verpesten und im schlimmsten Fall sogar noch mit 2 Promille im Kopp wieder nach Hause fahren zu wollen. Unfassbar. Klimper Klimper Dollarzeichen im Auge: Man sollte mal ernsthaft hochrechnen wie viel Kohle letztlich GESAMT flöten gehen KANN, wenn die Stadt weiter macht wie bisher bzw. wie viel Kohle man generieren kann, wenn man ordentlich in den Kreativbereich, explizit auf die Musikbranche, investiert! Dann nämlich sind die 13.000 Euro Einnahmequelle der Stadt für die Parkplätze nur noch lächerliche Peanuts. Und für alle die es noch nicht wussten: Menschen gelangen immer an ihr Ziel, selbst wenn sie tausend Meilen laufen müssten…sie werden es tun wenn sie ihr Ziel erreichen wollen! Ach ja und btw. tät mich mal interessieren was die Ollen Stadttanten und Stadtonkels so in ihrer Jugend gemacht haben…die waren ganz bestimmt NICHT beim Tanztee…NEIN sie haben den Grundstein gelegt für genau die Clubkulturen die wir überall in Deutschland vorfinden. Aber so weit und so zusammenhängend denken, kann offensichtlich wohl keiner dieser Menschen die bei der Stadt arbeiten:-)

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