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Warum Berlin die Schwaben hasst – Rettet unsere Kultur

Etwa 300.000 soll es von ihnen in Berlin geben. Vom Tagesspiegel wurden sie einst als Mietpreistreiber und Speerspitze der Gentrifizierung betitelt. Besonders ungern gesehen werden sie scheinbar in Berlin – Prenzlauer Berg. Die Rede ist von den Schwaben, insbesondere dem Schwabenhass. Wer letztendlich der Erste war, weiß niemand mehr so genau. Mit seinem Sketch für Studenten „Der Penis ist in der Vagina ein glücklicher Zwerg, so wie der Schwabe in Prenzlauer Berg“ machte der Komiker Fil sie zum Gegenstand des Spotts. In die Schlagzeilen des Landes rückte der Schwabenhass unter anderem durch den Kinderwagen anzündenden Postboten, der nach seiner Festnahme zu Protokoll gab, dies aus Schwabenhass getan zu haben.

Doch woher genau kommt dieser Schwabenhass? Gentrifizierung. Steigende Mieten und sterbende Kultur. Ein immer wiederkehrender Zyklus. Am Anfang ist Platz. Platz für Kultur, Clubs, Künstler und Kreative. Günstige Mieten im heruntergekommenen Viertel. Studenten folgen. Das Viertel entwickelt sich zu einer lebhaften Symbiose zwischen Erleben und Leben. Die Wohnungen werden interessanter, die Mieten teurer. Neuer Platz wird benötigt. Neue Investoren folgen. Doch wer viel für seine Wohnung bezahlt, möchte nachts auch seine Ruhe haben. „Die kommen, ziehen neben eine Kneipe und rufen dann um zehn die Polizei, wenn mal einer ,Tor’ schreit“. Künstler, Clubs und Kultur müssen weichen. Die Stadt begibt sich auf die Suche nach einem neuen Platz.

In Städten wie London ist dies längst kein Geheimnis mehr. In Berlin gab es anfangs keinen Platz, doch der Mauerfall sorgte für eine Erweiterung der Stadtgrenzen. Der neugewonnene Platz zog natürlich Investoren an. „Schaffe, schaffe, Häusle baue“. Schwabenhass.

Und je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto klarer wird mir, auch hier in Stuttgart herrscht gerade der Schwabenhass oder eben die Gentrifizierung. Und wir befinden uns aktuell an dem Punkt, an welchem die Stadt verzweifelt versucht Platz für Kultur, Clubs, Künstler und Kreative zu finden.

Nun bietet sich uns zum ersten Mal die Möglichkeit, aktiv an diesem Prozess teilzunehmen. Die Gemeinderatsfraktion der Grünen lädt zur Basisdebatte – Club und Kultur am Dienstag den 14.05.2013 im Rocker 33 ein (ab 19:00 Uhr). Die Gastgeberin ist Niombo Lomba, Stadträtin Bündnis 90/Die Grünen. In den Basisdebatten der Grünen geht es darum, zu hören, was in der Stadt los und möglich ist, politische Ziele zu diskutieren und weiter zu entwickeln.

Als Gäste sind geladen: Peter James (Leiter Popbüro Region Stuttgart / Koordination Popbüros Baden-Württemberg) und Olaf „Gemse“ Kretschmar (Cluster Manager der Berlin Music Commission).

Die Debatte wird offen und frei gehalten. Dies bedeutet, jeder Besucher hat das Recht sich an der Debatte zu beteiligen. Die geladenen Gäste werden zu Beginn kurze Statements abgeben, die Problemlage schildern und ein paar Anstöße geben. Danach wird die Diskussionsrunde geöffnet.

Nun habt ihr die Möglichkeit, euch für eure Kultur in Stuttgart stark zu machen. Wir fordern euch daher auf, zahlreich zu erscheinen. Und wer nicht dabei ist, darf sich später auch nicht beschweren.

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4 Comments

  1. 14. Mai 2013 at 12:50 — Antworten

    bevor ich mich beschwer, erleichtere ich mich lieber hier:
    Schwabenkind

    So gerne nimmst du´s schwer, den Wohlstand und die Freiheit.
    Oh Schwab in mir du Jammerkind.
    Erfreue dich an Welt und der Vielfalt der Kulturen.
    Bist nicht so dumm, wie sprachlich du wirkst
    so nimm deinen Verstand und mit Herz
    und gib dem Leben frohlockend die Hand.

    A 😉

  2. Zaphod
    14. Mai 2013 at 15:00 — Antworten

    Ja, das ist alles schön und richtig. Warum allerdings die Schwaben an der Misere schuld sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Nehmen wir Prenzlauer Berg. Berlin hat das Gebiet als offizielles Sanierungsgebiet ausgeschrieben, um Kohle ranzuschaffen von außerhalb Berlins. Es ist dann genau das passiert was die Berliner wollten. Hinstellen und auf die Schwaben schimpfen lenkt nur von der eigenen Unfähigkeit ab. Hättet ihrs hat so gelassen und nicht als Sanierungsgebiet ausgeschrieben, dann wärs noch so wie es euch besser gefallen hat …

  3. Michi
    17. November 2013 at 11:53 — Antworten

    Vor allem wird über längst, von Berliner unternehmen, gentrifizierte Satdtteile getrauert. Siehe 36 & 61 – aber Kiez gibts nicht nur in Kreuzberg/Neuköln – vielleicht mal den Arsch hochbekommen und Freiräume schaffen anstatt den Schwaben die Schuld zu geben – die finanzieren über den Länderfinanzausgleich nämlich Berlin – damit EURE unfähige Landesregierung so tolle Flughäfen bauen kann. Ihr Tränen!

  4. Ulki21
    8. März 2015 at 01:03 — Antworten

    Ich bin zwar Schwabe aber Profit ist nicht alles im Leben. Und viele Schaben denken das nur Geld und Vermögen glücklich macht.

    U-B.

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